Verschleiß an Pflugscharen und Co. mit KI erkennen

Mit Hilfe von KI will das LZH die Abnutzung von Bodenbearbeitungswerkzeugen frühzeitig erkennen. (Foto: Lemken)
Mit Hilfe von KI will das LZH die Abnutzung von Bodenbearbeitungswerkzeugen frühzeitig erkennen. (Foto: Lemken)
20.07.2026
News

Stumpfe Bodenbearbeitungswerkzeuge kosten Kraftstoff und beeinträchtigen die Arbeitsqualität, werden aber oft zu spät erkannt. Im Projekt kiSOBUS entwickelt das LZH gemeinsam mit Partnern ein KI-gestütztes System, das den Zustand der Werkzeuge in Echtzeit bewertet und optimale Wechselzeitpunkte vorhersagt. 

Die Auswertung von Maschinen- und Bodendaten soll es ermöglichen abgenutzte Werkzeuge zu erkennen. (Foto: Lemken)
Die Auswertung von Maschinen- und Bodendaten soll es ermöglichen abgenutzte Werkzeuge zu erkennen. (Foto: Lemken)

Verschlissene Grubberscharen, Hackscharen oder Pflugscharen beeinträchtigen die Bodenbearbeitung, erhöhen den Kraftstoffverbrauch und treiben die Betriebskosten der Landwirte in die Höhe. Bisher beurteilen Landwirte den Zustand ihrer Werkzeuge meist per Augenschein, häufig erst dann, wenn die Arbeitsqualität bereits leidet. Moderne Schlepper erfassen aber bereits heute über die standardisierte ISOBUS-Schnittstelle umfangreiche Maschinendaten wie Motordrehmoment, Zugkraft, Schlupf und Kraftstoffverbrauch. Diese Daten werden bislang nicht systematisch genutzt, um den Zustand von Verschleißteilen zu bewerten.

Maschinendaten und Bodendaten gemeinsam auswerten 

Hier setzt das Projekt kiSOBUS an. Das LZH entwickelt gemeinsam mit der AgDoIT GmbH und den niedersächsischen Landwirtschaftsbetrieben Heiner Duensing und Sebastian Elsner ein System, das Maschinendaten aus der ISOBUS-Schnittstelle mit kartierten Bodendaten wie Bodenfeuchte, Bodentyp und Ertragskarten verknüpft. Machine-Learning-Algorithmen analysieren, wie sich unterschiedliche Einsatzbedingungen auf den Werkzeugverschleiß auswirken. Daraus berechnet das System Prognosen für geeignete Wechselzeitpunkte. Ergänzend erfassen die Partner mit 3D-Scans der Schare den tatsächlichen Materialverlust und Geometrieveränderungen. Diese Daten fließen in die Verschleißmodelle ein. 

Integration in bestehende Systeme 

Das System wird unter realen Bedingungen auf niedersächsischen Ackerschlägen erprobt. Die entwickelte Lösung soll direkt in bestehende ISOBUS-Terminals und Farm-Management-Systeme integriert werden. Landwirte und Lohnunternehmer können sie dadurch ohne zusätzlichen Hardwareaufwand nutzen. Auf diese Weise entsteht ein objektives, datenbasiertes Werkzeug für die vorausschauende Wartung von Bodenbearbeitungsgeräten. Werkzeugwechsel können dadurch am tatsächlichen Verschleißzustand ausgerichtet werden. 

Über kiSOBUS 

Das LZH ist zusammen mit den Landwirtschaftsbetrieben Heiner Duensing und Sebastian Elsner sowie der AgDoIT GmbH Projektteilnehmer der Operationellen Gruppe „kiSOBUS" der Europäischen Innovationspartnerschaft Agri (EIP Agri). Die Förderung unterstützt kooperative Innovationsprojekte, die Impulse für eine wettbewerbsfähige, nachhaltige und tiergerechte Agrar- und Ernährungswirtschaft setzen. Ziel ist die Förderung von Innovationen und die Verbesserung des Wissensaustausches zwischen Wissenschaft und landwirtschaftlicher Praxis. Assoziierte Partner sind Maschinenfabrik Bernard KRONE GmbH & Co.KG und LEMKEN GmbH & Co. KG. 

Weitere Informationen finden sich unter www.eip-nds.de. 

kiSOBUS

Beschreibung des Bildes

LURUU